Elektromobilität - dem Elektromotor gehört die Zukunft

Der Begriff Elektromobilität umschreibt die Nutzung von Elektro- oder Hybridfahrzeugen als Alternative zur Fortbewegung mit Hilfe von Verbrennungsmotoren. Nach Ansicht von Zukunftsforschern wie Lars Thomsen wird es nicht mehr lange dauern, bis Elektroautos unseren Alltag voll und ganz bestimmen. Grund dafür ist, dass schon 2015 der sogenannte "Tipping Point", also der preisliche Umbruch in der Herstellung von Elekromotoren im Vergleich zu Verbrennungsmotoren erreicht werden könnte.

Zu dieser Entwicklung tragen auch die Initiativen der Regierungen bei, die durch Steuervergünstigungen die Attraktivität von Elektrofahrzeugen steigern und Fördergelder für die Forschung zur Verfügung stellen. Technische Generationenwechsel dauern bei herkömmlichen Motoren sieben, bei Elektromotoren nur sechs Jahre. Auch die wachsende Konkurrenz unter den Herstellern trägt dazu bei, dass Benzinautos weiter ins Hintertreffen geraten. Zukunftsforscher und Entwickler haben daher keinen Zweifel, dass Verbrennungsmotoren durch Elektroantrieben ähnlich unaufhaltsame Weise verdrängt werden wie einst mechanische Uhren durch Digitaluhren. Gänzlich Aussterben werden Verbrennungsmotoren nicht, zu einer Randerscheinung dürften sie dagegen schon in kurzer Zeit werden. Bereits 2030 sollen mit Benzin betriebene Autos auf unseren Straßen nur noch 10 % ausmachen.

Thomsen rechnet außerdem mit einer Revolution des Straßenverkehrs. Bereits 2020 sollen Autos in der Lage sein, sich autonom zu steuern. Abstandsmessungen und Bremsassistenten werden innerhalb von Städten alltäglich sein. Auch Straßenschilder sollen die Elektroautos zukünftig lesen können, sodass die Steuerung durch den Menschen fast überflüssig wird. Die Fahrzeuge würden dann von Energiekonzernen zur Verfügung gestellt werden, ähnlich wie es heute bei Mobiltelefonen und Telefongesellschaften ist.

In Deutschland werden allerdings Zweifel laut, ob das Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektroautos bis 2020 erfüllt werden kann. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, kritisierte, dass großangelegte Offensiven fehlen würden. So sollten Innenstadtzonen künftig nur noch für Elektroautos befahrbar sein. Auch das Car-Sharing-Angebot müsse deutlich vergrößert werden, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. CAR rechnet damit, dass bis 2020 nicht mehr als 100.000 Elektroautos verkauft werden können. Auch die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) befürchtet, dass das Ziel um 400.000 Fahrzeuge verfehlt wird, wenn die Förderung nicht erheblich verbessert wird. Die deutsche Autoindustrie sieht sich indessen nicht in der Pflicht. Sie wird 2014 die Entwicklung von 15 Modellen abgeschlossen haben und bereitet sich auf den Aufbau des Massenmarktes vor.

Blogroll