Demografischer Wandel und Mobilität

Wie in allen Inudstrienationen wird auch in Deutschland die Bevölkerung zunehmend älter. Während die Geburtenzahlen rückläufig sind, hat sich die Lebenserwartung durch die Fortschritte in der Medizin verlängert. Innerhalb der nächsten 20 Jahre wird erwartet, dass der Anteil der über 60-jährigen an der Bevölkerung von 20 Prozent auf ein Drittel zunehmen wird. Weitere dreißig Jahre später wird sogar jeder Dritte über 65 Jahre alt sein. Zusätzlich wird sich auch die Grenze zum Seniorenalter nach hinten verschieben. Auch eine Entleerung ländlicher Räume, insbesondere in Ostdeutschland, wird erwartet.

Dieser Wandel wird sich überall in unserer Gesellschaft bemerkbar machen. Aus- und Weiterbildung, medizinische Versorgung, Arbeits- und Wohnungsmarkt, die Struktur unserer Städte und Verkehr sind davon betroffen. Die Anforderungen an Produkte und Dienstleistungen verschieben sich, denn ältere Menschen stellen eine wachsende Konsumentengruppe dar. Auch die Angebote im Verkehrsbereich und in Aus- und Weiterbildung werden sich künftig noch stärker an den Bedürfnissen älterer Mitbürger orientieren. Während der Öffentliche Personennahverkehr heute überwiegend auf Berufspendler zugeschnitten ist, wird er von der wachsenden Zahl älterer Verkehrsteilnehmer vor neue Herausforderungen gestellt. Es gilt, die Fahrzeiten anzupassen und barrierefreie Zugänge zu ermöglichen. Werden diese Wenn keine attraktiven Optionen geschaffen werden, droht im Gegenzug eine Erhöhung der Sicherheitsrisiken im Straßenverkehr. Das Verkehrssystem der Zukunft muss eine effiziente, sichere und umweltverträgliche Mobilität gewährleisten. Mobilität, die Klimazielen Rechnung trägt, verlangt nach neuen Strategien im Verkehrsmanagement, innovativen Technologien, energieeffizienten Verkehrsmitteln.

Auch in den Anforderungen an unser Wohnumfeld und den Wohnungsmarkt macht der demografische Wandel sich bemerkbar. Die Zahl rüstigen alten Menschen die einen eigenen Haushalt führen, bis ins hohe Alter mobil bleiben, steigt. Daher wird in den Ballungszentren teilweise sogar mit einem relativen Anstieg an Wohnungsbedarf gerechnet. Öffentliche Strukturen und privater Wohnraum müssen zugleich familienfreundlich, kinder- und altengerecht -also möglichst barrriefrei- gestaltet werden. Pragmatische Baukonzepte sind nowtwendig, um diese Erfordernisse konsequent umzusetzen : Breitere Türen, größere und barrierefreie Bäder, die Einrichtung von Rampen und der Abbau von Stolperkanten sind wichtige Bestandteile dieser Konzepte. Ein flächendeckende Modernisierung des gesamten Wohnbestandes nach diesen Richtlinien wird nur über eine Bündelung öffentlicher und privater Initiativen möglich. Bereits heute fördert der Staat Umbauten und Anpassungen im privaten und kommerziellen Bereich, grosse Wohnungsfirmen erproben neue Versorgungs- und Pflegekonzepte in enger Zusammenarbeit mit Pflegediensten. Besonders im ländlichen Raum, wo sich der demografische Wandel durch den Wegzug junger Menschen deutlich bemerkbar machen wird, wird die Verknüpfung von altersgerechtem Wohnen und leistungsfähigen Versorgungskonzepten, die ihrerseits neue Anforderungen an Verkehrsangebote und Infrastruktur stellten werden, von grosser Bedeutung.

 

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